Text und Fotos von Horst Köhler, Friedberg

 

In der Rubrik „Besucher-Fotos“ dieser Website wurde in dem Artikel „Schildkröten im Ladengeschäft“ vom 22. Oktober 2009 schon einmal über die Landschildkröten und deren Gehege des Augsburger RIEGA-Miele-Centers im Ortsteil Lechhausen berichtet. Schon seit dem Jahr 2000 gibt es bei diesem Vertragshändler Landschildkröten zu bewundern. Vor wenigen Wochen ist das überregional bekannte Unternehmen der Eigentümerfamilie Georg und Edith Riegel, das bereits vier Mal in Folge mit dem Preis „1a Fachhändler“ von „markt intern“ ausgezeichnet wurde, in neue, größere Räume umgezogen. Das neue Gebäude, das in nur zehn Monaten Bauzeit errichtet wurde (Bild 1), befindet sich im selben Stadtviertel und an der gleichen Straße, nur 600 m Luftlinie vom alten Standort entfernt.

Riega 1Bild 1: Betonelemente und große Glasflächen machen das neue RIEGA-Gebäude in Augsburg-Lechhausen unverwechselbar. In der äußersten Ecke, in dieser Aufnahme ganz links, ist das neue Schildkröten-Gehege untergebracht.

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt stehen im Küchenparadies rund 2.400 qm Ausstellungsfläche auf zwei Stockwerken zur Verfügung. Dazu kommen noch Lager und Werkstätten sowie ein geräumiger Parkplatz. Entsprechend großzügig und ungewöhnlich konnte die Präsentation der hochwertigen Küchen und -Haushaltsprodukte von Miele gelöst werden (Bild 2). Ein Rundweg auf einem Holzsteg führt im Erdgeschoß durch das Küchencenter, vorbei an einer hauseigenen Kaffeebar mit gemütlicher Sitzecke.

 

Bild 2: Durchdacht bis ins letzte Detail: selbst Staubsauger werden liebevoll zur Schau gestellt.Riega 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Obergeschoß kann sich der Besucher Ideen für die eigene Wohnung bzw. das eigene Haus holen (Bild 3). Hier ist auch Platz für eine großzügig gestaltete Miele-Showküche, die in regelmäßigen Abständen verschiedene Kochkurse für die Kunden anbietet; in Kürze wird sogar eine TV-Kochsendung produziert werden. Außerdem findet sich hier ein handverlesenes Sortiment an Bad- und Wohnmöbeln, Tür-Unikaten sowie Betten, Tischen, Stühlen, Barhockern, Lampen und weiteren Wohnaccessoires.

 

 

Riega 3Bild 3: Blick in das Obergeschoß. Eine großzügige Präsentation macht einen Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

 

 

 

 

Mein Besuch galt jedoch in erster Linie nicht den komplett eingerichteten attraktiven Küchen oder den Waschmaschinen, Trocknern, Büglern, Staubsaugern oder Kaffee-Vollautomaten neuester Generation, sondern im Erdgeschoß dem neuen Landschildkröten-Innengehege, das seinesgleichen suchen dürfte. Etwa 80 qm groß ist dieses Glashaus im Spitz des Gebäudes, das durch einen künstlichen, mit Goldorfen besetzten Bachlauf mit einem kleinem Innenteich in zwei Hälften geteilt wird (Bild 4).

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Bild 4: Links ein Teilstück des künstlichen Baches, rechts ein Teilbereich des Schildkrötengeheges. Im Hintergrund der erhöhte Laufsteg durch das Terrarium.

 

Hier leben derzeit vier Spornschildkröten (Centrochelys sulcata) unterschiedlichen Alters. Im natürlichen Verbreitungsgebiet leben diese Schildkröten, die größte das Festland bewohnende Art, in der trockenen afrikanischen Sahel-Zone. Dort gelten sie als bedroht, weil der Mensch ihren Lebensraum immer mehr besiedelt und die Tiere absammelt - zum Verzehr und zum Verkauf.

 

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Bild 5: Erst zehn Jahre alt und doch schon – geschätzt – knapp 20 kg schwer ist „Otto“, das größte Tier der Spornschildkröten-Gruppe.

 

„Otto“, ein etwa zehn Jahre altes Männchen, ist mit einer Carapax-Länge von 45 cm das größte Tier (Bild 5). Die Gruppe wird durch eine etwa 4 ½ schwere sechsjährige weibliche Spornschildkröte und durch zwei fünfjährige, aber nur etwa 600 g schwere Artgenossen vervollständigt (Bild 6). Ein erhöhter hölzerner Besuchersteg führt rings um das Areal, von dem man aus auf die etwas tiefer untergebrachten Tiere blicken kann. Am Ende des Ganges lädt ein kleiner Rundtisch mit zwei Stühlen zum Verweilen ein. Dann kann der Schildkrötenfreund in Ruhe beobachten, wie die Schildkröten unter dem Steg oder auf einer Brücke über den kleinen Bach vom linken in den rechten Bereich ihres Geheges wechseln und umgekehrt. Wie Georg Riegel, der die gesamte Anlage geplant und mit Hilfe seines Handwerkerstabes in Eigenleistung errichtet hat, im Gespräch erwähnte, befindet sich der bevorzugte Schlafplatz der beiden großen Landschildkröten direkt unter dem Holzsteg. Dieser lässt sich an dieser Stelle nach oben aufklappen, so dass auch der Schlafbereich sauber gehalten werden kann.

 

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Bild 6: Das semi-juvenile Weibchen und eines der beiden Jungtiere sonnen sich unter einem Wärmestrahler.

 

Bei meinem Besuch an einem sonnigen Herbsttag Anfang Oktober 2017 herrschte im Terrarium-Innenbereich ein feucht-warmes Klima, verursacht durch die großflächigen Fensterscheiben und durch verdunstendes Wasser aus dem kleinen Wasserfall. Eine separate Heizanlage wurde ausschließlich für das Schildkröten-Innengehege eingerichtet. Im Gegensatz zu den Ladenräumen wird dieses temperaturmäßig rund um die Uhr überwacht, da es speziell in den Wintermonaten auch am Wochenende an den Feiertagen beheizt werden muss. Eine gewisse Grundtemperatur wird natürlich schon durch die einfallenden Sonnenstrahlen erzielt; eine Raumtemperatur von etwa 24°C tagsüber und 20 °C nachts wird so niemals unterschritten. Je nach Bedarf können sich die vier Spornschildkröten zusätzlich unter mehreren Bodenstrahlern erwärmen, die über Zeitschaltuhren ein- und ausgeschaltet werden.

 

Direkt an das Innengehege schließt sich ein etwa 600 qm großes Schildkröten-Freigelände mit einem großen flachen natürlichen Badebecken an (Bild 7). Es ist in einen kleinen Bereich für die beiden Jungtiere und ein großes Areal für die beiden Großen unterteilt. Zwei Ausgänge mit unterschiedlichen Türgrößen stehen den Tieren zur Verfügung. Durch das kleine Türchen können nur die beiden juvenilen Schildkröten in ihrem Bereich ins Freie gelangen, so dass sich die beiden großen Spornschildkröten gar nicht erst in das falsche Revier verirren. Spornschildkröten gelten an und für sich untereinander als sehr friedlich und als sehr verträgliche Riesen, doch sicher ist sicher …

Der Außenbereich ist naturbelassen; dort gedeiht schon jetzt, also im ersten Herbst, eine üppige Vielfalt an Wiesenpflanzen und Unkräutern. Wenn dann die Vierergruppe im nächsten Frühjahr ins Freie darf, wird sie ein entsprechend reichhaltiges Futterangebot vorfinden.

 

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Bild 7: Hier werden die vier Landschildkröten ab dem nächsten Frühjahr die meiste Zeit des Tages zubringen. Doch auch im Winter besteht Gelegenheit, dass sie dort an sonnigen Tagen kurzzeitig frische Luft atmen können – auch wenn die Futterwiese mal schneebedeckt sein sollte.

 

Das Terrarium wird stündlich kontrolliert, was auf einer Liste von den dafür eingewiesenen Mitarbeitern dokumentiert werden muss. Auch an den nicht geöffneten Tagen ist die Fütterung der Landschildkröten und die Kontrolle der Anlage organisiert. Zur Sicherheit wird das RIEGA-Schildkrötenparadies ständig videoüberwacht.

Laut Aussage des Inhabers sollen in Kürze noch zwei Wasserschildkröten eingesetzt werden und kleine Vögel den Dschungel bereichern.

 

Ein Besuch des innovativen RIEGA-Centers in Augsburg-Lechhausen lohnt sich, auch für die, die sich nicht unbedingt für Miele-Küchen und -Haushaltsgeräte interessieren.

Ein abschließender Hinweis: nicht allen Besuchern und Kunden ist geläufig, für was die Abkürzung RIEGA steht: sie steht für Riegel Georg Augsburg, den Großvater des heutigen Eigentümers, der das Geschäft im Jahr 1934 gründete. Mittlerweile sind die beiden Söhne der jetzigen Eigentümerfamilie in der vierten Generation in den Betrieb eingebunden.

 

Dieser Beitrag wurde am 14. Oktober 2017 online gestellt.